Dienstag 09.07.2013

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„Avenue Slimen Ben Slimen“!

Der Taxifahrer sich mich verständnislos an.

„El Manar zwei“, sage ich. Er fährt los.

„Bienvenue en Tunisie“.

 

Ich gehe durch die Strasse, wo ich im Herbst arbeite.

Die Agentur ist in einem gesichtslosen Quader untergebracht.

Eine Post, eine Moschee, ein Shoppingcenter. Alles da.

Ich schwitze in meinem Anzug.

 

Auch drinnen.

Das Büro des Direktors ist riesig, es sieht leer aus.

Seine Augen. Sie glänzen.

Er erzählt vom Umbruch in der Agentur.

Ich bin die erste europäische Mitarbeiterin.

„Wir wollen glaubwürdig sein, und unparteiisch.“

Im Dienst der Tunesier.

Es klingt wie Service Public.

„Aber wir haben noch nicht angefangen“, sagt der Direktor.

 

Eine Ressortleiterin holt mich ab.

Sie sieht mich leicht erstaunt an.

Im Grossraum-Büro stehen sechs Bildschirme.

Der Drucker ist kaputt.

Die Tastatur ist arabisch.

 

Der Firmenbus fährt mich zurück in die Stadt.

 

 

Im Tram zum Musée Bardo.

Auch die Tunesier reden nicht im Tram.

Aus welchen Gründen?

 

Ein ultra moderner Museums-Neubau.

Erst letztes Jahr eröffnet.

Die Frau an der Kasse muss den Namen der Architekten nachschauen.

 

Gefällt es ihr?

Sie schüttelt den Kopf.

„Es hat zu viele Fenster, zu viel Licht.“

Ich denke an das schattige Büro der Schriftstellerin.

Das Licht ist draussen.

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