Ende der Lippen-Bekenntnisse?

Seit die islamistische Partei Ennahdah an der Macht ist, also seit dem 23. Oktober 2011, hat man ihr vorgeworfen auf Kuschelkurs mit den extremen religiösen Gruppen, den Salafisten, im Land zu sein.

Diese Gruppen konnten Unis besetzen, ihnen nicht genehme Ausstellungen stören ohne dafür gross von der Regierung belangt zu werden. Nach den beiden Morden an Linksoppositionellen im Februar und Juli 2013 sind ebenfalls Salafisten als mutmassliche Täter genannt worden.

Die Massenproteste dieses Sommers haben Ennahdah in die Ecke gedrängt. Am 28. August 2013 ist die vermutlich grösste dieser Gruppen, Ansar al Charia von der Regierung zur Terrororganisation erklärt worden. Ansar al Charia gilt als der zivile Arm der maghrebinischen Al-Quaida und ist auch in Tunesien aktiv mit mehreren tausend Mitgliedern.

Jetzt sieht man was das bedeutet: am 9. September haben Antiterroreinheiten bei einem Einsatz in einem Quartier von Tunis zwei Salafisten getötet und zwei festgenommen. Unter den zwei letzten soll die Nr. 2 von Ansar al Charia sein. Die Nr. 1 ist seit einem Angriff auf die US-Botschaft in Tunis international zur Haft ausgeschrieben. Weitere Informationen hat das Innenministerium noch nicht heraus gegeben.

Anders als bisher lässt die Regierung ihren Worten jetzt auch Taten folgen. Das sollte auch die Opposition zur Kenntnis nehmen, auch wenn diese Taten erst unter massivem Druck zustande kamen. Sie könnten den blockierten politischen Verhandlungen neuen Schub verleihen.

Am 9. September hat die tunesische Zeitung „La Presse“ ein langes Hintergrundgespräch mit dem Experten Alaya Allani veröffentlicht. Im Fokus stehen der radikale und politische Islam und die Rolle Ennahdahs in Tunesien. http://bit.ly/1axzN3O

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