Lebendige Keramikkultur

Sidi Kacem Jelizi
Nationales Zentrum für Keramikkunst

Sidi Kacem Jelizi war ein mittelalterlicher Mystiker und wichtiger Keramik-Künstler und sein Grab liegt mitten in diesem historischen palastartigen Gebäude mit offenem Innenhof am Rand der Altstadt von Tunis. Seit 20 Jahren ist an diesem Ort auch das nationale Zentrum für Keramikkunst untergebracht.

Das Zentrum bewahrt alte Keramiktechniken aus Tunesien und dem nordafrikanischen Raum vor dem Vergessen und lehrt sie in Workshops, die jeder besuchen kann. Ausserdem organisiert das Zentrum mit Treffen von internationalen Keramikkünstlern einen regen Austausch, damit sich die Techniken weiter entwickeln und für die zeitgenössische Keramik aktuell bleiben.

Lee, Tae Heung, Südkorea
Lee, Tae Heung, Südkorea

Etwa 30 Künstler aus aller Welt, aus Japan, Korea, Nord- Mittel- und Osteuropa und dem Mittelmeerraum haben an einem solchen Treffen in der ersten Hälfte des Septembers teilgenommen,  gegenseitig „Rezepte“ ausgetauscht und in kurzer Zeit neue Werke geschaffen. Zum Abschluss gab es eine Ausstellung der Neukreationen mit traditioneller Musik und vielen illustren Gästen aus der Kulturszene bis hin zum tunesischen Kulturminister höchstpersönlich.

Anne Francey - l'autre côté des choses
Anne Francey – l’autre côté des choses

Die Schweizer Keramikkünstlerin Anne Francey hat die Arbeit „l’autre côté des choses“ beigesteuert. Zwei Tableaus, eines aus roter und eines aus weisser Erde, hängen frei im Raum sind aus vielen kleinen gebrannten Fliesen zusammengenäht. Je nach Betrachtungswinkel verändert sich ihre Ansicht, analog zu unterschiedlichen Ansichten zu ein und derselben Angelegenheit. Rohe und glasierte Fliesen wechseln sich ab. Die Motive sind stark vergrösserte  Ornamente und Beschriftungen von Grabsteinen des anliegenden muslimischen Friedhofs.

Lynda Abdellatif - Enfermement
Lynda Abdellatif – Enfermement

Die tunesische Keramikkünsterlin Lynda Abdellatif reflektiert mit ihrer Arbeit „Enfermement“ einen Teil der Stimmungen im gegenwärtigen Tunesien. Auf einem horizontalen Tableau stellt sie Individuen und Paare zwischen dunkle Mauern. Es sind Figuren, die auf dem Weg in die innere Migration sind, sich duckend vor dem was auf sie zukommt. Die weisse Glasur wählt sie für die Lichtblicke, die es auch immer wieder gibt.

Das nationale Zentrum für Keramikkunst eröffnet am 15. Oktober seine Tore wieder für Kurse und Workshops.

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