Hotels müssen kämpfen

Es war ein schwieriges Jahr, sagt Hoteldirektorin Nadjess Bouasker. „Vor der Revolution hatten wir 7 Monate lang ein mehr oder weniger volles Haus. Aber dieses Jahr, war der Mai eine Katastrophe, im Juli kamen die Europäer nicht wegen des Ramadans und seit September spüren wir schon das Saisonende.“

Vater und Tocher Bouasker im Laden des Hotel Menara
Vater und Tocher Bouasker im Laden des Hotel Menara

Das Hotel Menara in Hammamet ist ein Familienhotel, das mit viel Herzblut von Vater und Tochter Bouasker geführt wird. Das mittelgrosse Hotel mit 133 Zimmern erhält innerhalb eines Projekts der Schweizer Entwickungshilfe und mit Hilfe von CITET (Centre International de Technologie de l’Environment de Tunis) Unterstützung und Beratung für Corporate Social Responsibility CSRund Cleaner Production.

Solartanks im Heizraum des Hotels Menara
Solartanks im Heizraum des Hotels Menara

Die Bouaskers haben schon einiges selber auf den Weg gebracht um umweltfreundlicher zu wirtschaften. Solarpanels für die Warmwasseraufbereitung des gesamten Betriebs sind schon installiert. Im Heizraum stehen zwei 400 Liter Wasserspeicher. Trotzdem kann hier noch einige verbessert werden, versichert die Expertin von CITET. Demnächst geht es um eine Diagnose des Wasser- und Energieverbrauch und um die Abfallbewirtschaftung. Zuerst laufen die Analysen an, danach wird ein Plan zur Umsetzung der Massnahmen erstellt. CITET liefert der Hotelleitung vor allem die Expertise und Beratung bei der Umsetzung. Die Schweizer Hilfe konzentriert sich darauf, die Experten des CITET auszubilden und zu stärken und Partner für Projekte zu finden, sagt Alban Bitz, der das Projekt für die Schweiz leitet. Bis zu 70 Betriebe aus der Industrie und der Hotellerie sollen bis Ende 2014 von dieser CSR und Cleaner Production Expertise profitieren können.

In der Hotellerie gibt es viel zu tun. Seit den 90er Jahren haben die tunesischen Hotels nicht mehr viel in Erneuerungen investiert, sondern sich vor allem auf den Lorbeeren des florierenden Badetourismus ausgeruht. Eine Strategie zur Diversifizierung des touristischen Angebots hat es zwar einmal gegeben aber sie wurde nie umgesetzt. Das spüren die Hotels heute. Dazu kommt die politische Krise, die Gäste bleiben weg. Viele kämpfen darum ums Überleben. Narjess Bousaker kann nur sehr tiefe Löhne zahlen, deshalb hat sie Rekrutierungsprobleme beim Personal.

Dazu kommt, dass das Personal  teilweise zu schlecht ausgebildet ist, eine HR-Leitung fehlt im Hotel. Narjess Bouasker kann sich nur um Löhne und Verträge kümmern. Auch den Beratern auf der Coporate Responsibility-Seite dieses Projekts wird die Arbeit hier nicht ausgehen.

Die Hoteldirektorin will vieles anpacken ist aufgeschlossen für neue Ideen. Sie zeigt uns zum Abschluss des Besuchs ihren kleinen Hotel eigenen Laden. Dort verkaufen sie das Olivenöl, das sie selber produzieren, hausgemachte Konfitüre und eingelegte Gemüse, sowie Kunsthandwerk aus der Region. Ansätze zum Ecotourismus sind vorhanden. Damit geworben wird allerdings noch nicht. Zuerst muss eine Gesamtstrategie her, sagt die Direktorin. Sie ist auf dem besten Weg dazu.

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